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Das Endocannabinoid-System

Um zu verstehen, wie die Stoffe der Cannabis-Pflanze, die sogenannten Cannabinoide wirken, ist es wichtig, das Endocannabinoid-System zu kennen und zu verstehen, welches ein Teil des Nervensystems ist. Zunächst sollte jedoch ein Grundverständnis über das Nervensystem allgemein geschaffen werden, da sehr viele Parallelen zwischen beiden Systemen existieren. In den folgenden Abschnitten, werden daher das Nervensystem mit seinen Nervenzellen und im Anschluss das Endocannabinoid-System mit seinen CB1 und CB2 Rezeptoren erklärt.

 

Das Nervensystem

Das Nervensystem beschreibt ein Netz aus Nerven- und Gliazellen, welches einen Organismus in seiner Gesamtheit durchzieht. Es bildet die Grundlage für fast alle Prozesse im Körper und dient als Signalgeber und Informationsleiter innerhalb des Organismus, um sich äußeren und inneren Veränderungen anpassen zu können und gegebenenfalls eine Reaktion zu veranlassen.

Das Nervensystem des Menschen unterteilt sich in die zwei Hauptbestandteile, dem zentralen- und dem peripheren Nervensystem. Das zentrale Nervensystem umfasst Gehirn und Rückenmark, wo die eintreffenden Informationen verarbeitet werden, während das periphere Nervensystem den gesamten Rest beschreibt. Funktionell sind beide eng miteinander verbunden, einzig aufgrund der Lage wird hier eine Unterscheidung gemacht.

Zusammengefasst dient das Nervensystem der Reizwahrnehmung und Reizverarbeitung, sowie der Reaktionssteuerung auf sowohl innere, als auch äußere Reize.

 

Die Nervenzellen

Das Verständnis der Nervenzellen, ist zugleich ein wichtiger Baustein, für das Grundlagenverständnis des Endocannabinoid-Systems.  

Wie bereits oben beschrieben, setzt sich das Nervensystem aus einzelnen Nervenzellen (Neuronen) und Gliazellen zusammen. Eine Nervenzelle besteht aus einem Zellkern, der von einem Zellkörper umgeben ist, von dem wiederrum verschiedene plasmatische Fortsätze, Axone und Dendriten, die wie kleine Äste vom Zellkörper ausgehen. Innerhalb der Axone werden Signale elektrisch weitergeleitet, während der Übergang von einer zur nächsten Zelle mit Hilfe der Synapsen erreicht wird. Durch Botenstoffe, auch Neurotransmitter genannt, werden verschiedenen Rezeptoren besetzt. Und hier findet sich auch die Ähnlichkeit zum Endocannabinoid-System. Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip, können nur bestimmte Neurotransmitter, bestimmte Rezeptoren besetzen. Daraus ergeben sich nämlich je nach Kombination, bestimmte Folgereaktionen.

 

Das Endocannabinoid-System

Nun also zum Endocannabinoid-System, das wie bereits gesagt, einen speziellen Teil des Nervensystems darstellt. Es verfügt über eigenen Rezeptoren und Botenstoffe. In diesem Fall CB1 und CB2 Rezeptoren, die durch Liganden (Botenstoffe) besetzt werden. In diesem System sind beispielsweise das körpereigene Anandamid oder das körperfremde THC, sowie die weiteren Cannabinoide passende Liganden für diese Rezeptoren.

CB1 und CB2 Rezeptoren unterscheiden sich hier wiederrum durch ihre Lage. CB1 Rezeptoren finden sich hauptsächlich im Gehirn (Kleinhirn, Mittelhirn und Hippocampus), aber beispielsweise auch im Darm. CB2 Rezeptoren tauchen hingegen bei Zellen des Immunsystems und denen die für das Knochenwachstum verantwortlich sind auf.

Cannabinoide sind im Gehirn vor allem an der Schmerzhemmung und Glücksgefühlen beteiligt. Ein gesunder Körper setzt zur Schmerzhemmung das körpereigene Anandamid frei, das durch das Andocken an den CB1 Rezeptor, sowie durch die nachfolgenden Prozesse den Schmerz lindert. Diesen Effekt können aber ebenso körperfremde Cannabinoide auslösen. Sie sind sozusagen externe Schlüssel, die genau zu den körpereigenen Schlössern passen.

Liganden, die an CB1 Rezeptoren andocken sind außerdem für die Appetitanregung und die Minderung von Angst und Entzugserscheinungen verantwortlich. Vermutungen besagen, dass Cannabinoide auch Lern- und Bewegungsprozesse beeinflussen.

Über die CB2 Rezeptoren ist bisher weniger bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems spielen, da sie dort vermehrt zu finden sind. Erste Untersuchungen ergaben, das die Aktivierung von CB2 Rezeptoren zudem einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Alzheimerpatienten hat.

 

Unterschiede bei Cannabinoiden

Abschließend sei noch erklärt, dass es einen entscheidenden Unterschied in der Beschaffenheit und dadurch in der Wirkweise von Cannabinoiden, beziehungsweise generell bei Botenstoffen gibt. Man unterscheidet hier sowohl beim normalen Nervensystem, als auch beim Endocannabinoid-System zwischen Agonisten und Antagonisten.

Ein Agonist ist eine Substanz (Ligand oder Botenstoff), der an einen Rezeptor bindet und ein Signal in der zugehörigen Zelle aktiviert. Als Antagonist hingegen werden die Stoffe bezeichnet, die einen Rezeptor zwar besetzen, aber nicht aktivieren und somit blockieren und dadurch hemmend wirken. Im Beispiel der Cannabis-Pflanze gilt THC daher als Agonist, während CBD zum Teil als Antagonist bezeichnet wird. Hier findet sich quasi direkt das Gegenmittel zum THC in der selben Pflanze, da CBD die psychoaktive Wirkung des THCs hemmt.

 

Zusammenfassung

Sowohl körpereigene Cannabinoide (Anandamid), als auch körperfremde (z. B. THC) wirken als Neurotransmitter (Botenstoffe), indem sie an CB1 und CB2 Rezeptoren andocken. Durch diesen Vorgang werden je nach Botenstoff spezifische Folgereaktionen ausgelöst, wie beispielsweise Appetitempfinden, Angstminderung oder Schmerzlinderung.

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